2 Die 4 Entwicklungs-Phasen von Unternehmen

In Teil 1 habe ich Dir die S-Kurve von Unternehmen vorgestellt und bin besonders auf die Phase der Stagnation eingegangen. Damit Du besser verstehst, wo Du Dich mit Deinem Business gerade befindest, möchte ich Dir die 4 Phasen nun etwas genauer beschreiben. Notiere Dir doch gerne dabei, welche der Phasen am besten Deine aktuelle Situation beschreibt. Denn Erkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt in Richtung Weiterentwicklung. Und ich möchte Dir in diesem Teil verschiedene Handlungsoptionen an die Hand geben für die Zeit, wenn Du im sogenannten Niemandsland festhängst – so nenne ich die Phase der Stagnation. Was soll für Dich am Ende herausspringen? Nicht mehr und nicht weniger als eine Entscheidung! Eine Entscheidung, mit der Du Deine Zukunft als Unternehmer bewusst prägen und Du Dein Unternehmen bestens für die Zukunft aufstellen wirst. Neugierig geworden? Dann folge den Zeilen…

Phase 1: Die Gründung / Anlaufphase

„Hey, ich habe da eine coole Idee. Und die kann funktionieren!“ So beginnen und begannen viele Gründungs- und Erfolgsgeschichten von Unternehmern. Bei manchem entsprang jene Idee einer haarscharfen Beobachtung von Markttrends und folgt dieser Spur folgt. Bei anderen wurde sie aus dem störrischen Geist eines Erfinders geboren, der einen Missstand einfach nicht dulden kann und eines Tages in Form einer innovativen Technologie löst. Oder aber die Idee wurde bewusst von einem Verfechter altbewährter Tradition mit Leidenschaft zu neuem Leben erweckt und nun modern interpretiert. Ihnen allen wohnt der Glaube an eine großartige Geschäftsidee inne. Wie ist oder war das bei Dir? Die Überzeugung, damit eine ganz persönliche Zukunft durch ein eigenes Business aufzubauen, welches eine Lücke im Markt füllen wird, ist soweit gereift, dass sie der Außenwelt präsentiert werden kann. Heute ist Gründen einfach in. Plattformen für Crowdfunding, Start-up Safaris und Incubatoren gibt es mehr denn je. In unserer übersättigten Gesellschaft werden Ideen mit offenen Ohren aufgenommen, genauso aber auch kritisch hinterfragt. Und leider auch in Rekordzeit zerrissen. Damit gelangen wir an den Kern dieser ersten Phase. Die meisten Neugründungen kommen in Wirklichkeit nie aus den Startlöchern heraus.

Bist Du auch mit einer überzeugenden Idee nicht voran gekommen oder sogar grandios gescheitert? Was waren wohl die Gründe? Du konntest nicht genug Mitstreiter gewinnen, keine Investoren überzeugen, fandest keinen Zugang zu Deiner Zielgruppe und hast somit nie den Produkt-Kunden-Fit erreicht. Oder Dir ging es wie anderen Unternehmern, die ideenreich auf dem Business Model Canvas das gesamte Business durchdekliniert haben – nur bringen sie nicht genug Mut oder Enthusiasmus auf, das fertige Schiff ins Wasser zu lassen. Ideen sind gut, aber die Umsetzung ist der Weg zum Erfolg. Es stimmt. Nur wenige absolvieren die Gründungsphase erfolgreich und überführen ihre Geschäftsidee in ein mit Steuernummer registriertes Unternehmen. Als Gründer, Kleinunternehmer oder Selbständiger investieren sie alles und erleben eine intensive Zeit mit Aufs und Abs, Chancen und gescheiterten Versuchen. Jeder Tag zählt. Dann ist der erste Deal gemacht, weitere Aufträge kommen. Erstes Geld fließt ins Business und die Phase des Aufschwungs bahnt sich an. Herzlichen Glückwunsch!

Phase 2: Das Momentum

„Ja, es funktioniert!“ „Lass’ uns darauf anstoßen!“ Wohl verdient, möchte ich sagen und proste Dir anerkennend zu, wenn Du gerade in dieser Phase steckst, die man in der Theorie auch als Momentum-Phase kennt. Deine Idee hat im Markt gegriffen. Folgeaufträge kommen in das noch kleine Unternehmen, neue Kunden hören und kaufen. Jetzt gewinnt Dein Business an Fahrt.

Kommen mehr Aufträge rein als Du eigentlich mit Deinem Setup abarbeiten kannst? Typisch! Es läuft etwas chaotisch, aber die Kunden sind happy und zahlen – und Du hast die beste Zeit! Hochgefühl macht sich breit. Und nach einiger Zeit des anhaltenden Booms, der Dir Rückenwind gibt, überlegst Du: Wäre es nicht jetzt der perfekte Zeitpunkt für…

Phase 3: Expandieren

Es läuft, anders kann man es nicht sagen. Spätestens jetzt beginnst Du, groß zu träumen. Dass Du und Deine Crew reich werdet, steht kaum mehr zur Debatte. In dieser Situation baust Du Dein Unternehmen aus. Ein zweites Büro in einer beliebten Geschäftsmetropole? Würde passen. Neue Leute reinholen mit speziellen Skills – wirklich konsequent vorausgedacht, denn Ihr seid ständig Land unter. Und dann gönnst Du Euch endlich die Premium-Software, damit alles besser vorangeht und Ihr noch flexibler seid. Bei all der Planung, Modernisierung und dem Personalzuwachs merkst du nicht, dass zwar die Ausgaben steigen, aber die Einnahmen nicht im gleichen Verhältnis zulegen. Was also tun? Du bist den ersten Schritt gegangen. Mit Deinen Maßnahmen hast Du aus dem Startup ein richtiges Unternehmen gemacht. 

Du bist noch immer vom Potenzial Deines Unternehmens überzeugt. Obwohl das Geschäft vor Kurzem richtig boomte, lässt die Dynamik jetzt nach. Neue Kunden sind da und wollen kaufen, doch Du kannst Deine Mitarbeiter im Unternehmen nicht dazu bringen, Dich bei der Erfüllung von Kundenwünschen adäquat zu unterstützen. Einige Deiner wichtigsten Mitarbeiter sind erschöpft und scheinen unglücklich zu sein. 

Die alten Regeln scheinen nicht mehr zu funktionieren. 

Kann es sein, dass das Unternehmen zu groß ist, um klein zu sein und zu klein, um groß zu sein? Ansätze für Verbesserungen kommen Dir nicht in den Sinn. Doch als Führungskraft musst Du etwas tun. Wer sonst? Du machst alles selbst und hilfst überall aus. Aber langsam wird Dir klar: das funktioniert so nicht. Du jonglierst einfach zu viele Bälle in der Luft und einer nach dem anderen fallen die Bälle auf den Boden: Kunden beschweren sich, bei Steuern und Banken hast Du wichtige Termine verpasst, die Qualität Deiner Produkte und Dienstleistungen lässt nach und die Mitarbeiter werden unzufrieden. Du führst Dein Unternehmen reaktiv – Minute für Minute. Du arbeitest härter als je zuvor und siehst dennoch keine Verbesserungen. Was ist los? Was machst Du falsch? Wie hältst Du Dein Unternehmen am Laufen?

Lass’ es mich einmal so sagen: Es liegt nicht an Dir! Es ist die Pubertät. Ja, das Bild passt. Selbst Microsoft, Starbucks und Google waren einmal Teenager. Sie kämpften mit den gleichen Wachstumsschmerzen wie Du. Und sie haben überlebt. Sehr erfolgreich, wie Du weißt. Es gibt also eine Aussicht auf ein Happy End? Ja, darauf komme ich gleich zurück.

Phase 4: Im Niemandsland

Würde sich ein erfahrener Seefahrer in seiner Metaphorik den Zustand Deines Unternehmens vornehmen und nachhaken, welche Routen Du mit Deiner Yacht zu befahren planst, so käme er zu dem Schluss: „Die Yacht ist zwar hübsch ausgestattet und kann schon was. Wenn Du auf hoher See auf Leistung fahren willst, brauchst Du ein aber Schiff mit einer Wellenbrecher-Schiffsnase, das Dich nicht gleich bei etwas mehr Wellengang kentern lässt und Dein Segel musst Du durch ordentlich Schubkraft im Rumpf ersetzen. Dann werden die raue See und Du sich prächtig verstehen.“  

Weshalb passt der Status-Quo nicht mehr? Ihr seid gewachsen und befindet Euch in der Stagnation. Ihr hängt fest im Niemandsland. Das Wachstum nimmt immer weiter ab und das Verhältnis von Innen und Außen ist in sichtbare Schieflage geraten. Konkret: die Umsätze, die Du reinholst, fallen im Vergleich zum Skalierungseffekt zu gering aus, den Du durch höhere Ausgaben, Neueinstellungen oder einen schicken zweiten Standort intern bereits initiiert hast. Theoretiker nennen diesen Zustand auch die „chaotische Mitte“. Ich nenne es „die Unternehmens-Pubertät“ oder „das Niemandsland“.

Zu den geschäftlichen Problemen, mit denen die Führung eines Unternehmens im Niemandsland konfrontiert ist, gehören die folgenden:

  • Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, die erforderlichen Kundenversprechen zu erfüllen, um weiter wachsen zu können.
  • Die Geschäftsentscheidungen werden zunehmend komplexer und übersteigen die Fähigkeiten der bestehenden Führung, intuitiv damit umzugehen.
  • Das Unternehmen weiß nicht, wie es Geld verdient, woher die neuen Kunden und Leads kommen und wie die zukünftige Rentabilität aussehen wird. 
  • Die Anschubfinanzierungen sind aufgebraucht. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, die weiteren benötigten Finanzmittel zu erhalten. 
  • Der Unternehmer und sein Führungsteam fühlen sich festgefahren und stagnieren.
  • Die Berichtssysteme liefern keine aussagekräftigen Informationen mehr über das Unternehmen. 

Kommt Dir hier ein Punkt bekannt vor? Wenn Du mit dieser Diagnose nicht intervenierst, aktive Veränderungen angehst und für eine neue Kongruenz zwischen dem Außen und dem Innen sorgst, wird das Herz Deines Unternehmens irgendwann aufhören zu schlagen. Unzufriedenheit wird sich breit machen bei Kunden und bei deinen Mitarbeitern. Du behältst das Gefühl, dass Dir die Kontrolle entgleitet. Aber wie gesagt: Es gibt Wege aus dieser Phase heraus.

Warum nach Wachstum oft Stillstand folgt, erfährst Du in diesem Video

Was tust Du jetzt? Deine Optionen im Niemandsland

Egal ob Du in der Phase der Stagnation aktiv bist oder nur zusiehst, was gerade läuft – in jedem Fall wirkt sich Dein Tun oder Nichttun aus.

Ich sehe drei Optionen für Dein Handeln:

  1. Du leugnest alles.
    Es kann nicht sein, dass das bisherige Erfolgsmodell nicht mehr funktionieren soll und Du möchtest es nicht wahrhaben. Du machst einfach weiter wie bisher und hoffst: „Es wird schon nicht so schlimm werden.“
  2. Du bereitest den Rückzug vor.
    Dein Ziel ist es jetzt, wieder kleiner zu werden und mit Deinem Unternehmen an jenen Punkt zurück zu kehren, an der es perfekt funktionierte und es Spaß machte, der Kapitän an Bord Deines Schiffes zu sein. Auch wenn es bedeutet, dass einige Leute aus Deiner Mannschaft von Bord gehen müssen. 
  3. Du startest durch und skalierst richtig.
    Du erkennst: „Not the sky is the limit.“ Du bist es. Wenn du wirklich nach den Sternen greifen möchtest, musst Du als Unternehmer den bisherigen Standard hinter Dir lassen und Dein Unternehmen einer strengen, objektiven Analyse unterziehen. Nur wenn Du ein unvoreingenommenes Verständnis für die Stärken und Schwächen Deines Unternehmens und Deiner Unternehmerpersönlichkeit erlangst, wirst Du wirksame strategische Schritte einleiten können und das Niemandsland überwinden. Dann erreichst Du das Next Level und Ihr werdet wieder wachsen. 

Die Entscheidung – Deine Entscheidung

Jetzt kennst Du die Entwicklungsphasen von Unternehmen und die damit verbundenen typischen positiven wie negativen Seiten. In welcher Phase Du auch gerade steckst, ich frage Dich: Möchtest Du noch weiter und auf das Next Level gelangen? Möchtest Du das Next Level erreichen und wirklich fliegen?

Insbesondere im Niemandsland, der chaotischen Mitte oder der Unternehmens-Pubertät musst Du entscheiden: Bin ich bereit für Veränderung? Akzeptiere ich bei einem „Ja“, dass es mich nicht weniger als eine Transformation kosten wird, um das Next Level für ein Happy End in meinem Unternehmen zu erreichen? Und bin ich bei einem „Nein“ bereit, meinen Weg zurück in die Komfortzone von früher anzutreten, immer mit dem Beigeschmack, doch nicht den Schneid für das ganz große Ding in der Businesswelt besessen zu haben?

Entscheide Dich!

Um das mit klarem Kopf zu tun und um Dir die Entscheidung zu erleichtern, möchte ich Dir auch Teil 3 meines Next Level Unternehmer Guides empfehlen.  

Teil 3: „Das Next Level oder wie Du das Happy End erreichst“.

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